Innovativ und hilfreich: KI Tools die ich als Architekturfotograf im Jahr 2023 nutze

Heute ein wenig mehr Technik als sonst. Hier geht’s um die Tools die ich als Architekturfotograf in meinem Workflow nutze.

Ich würd mich über ein Kommentar zum Thema sehr freuen.

  • Wird der Beruf Architekturfotograf:in durch KI überflüssig?
  • Kann man seinen Augen noch trauen?
  • Was kommt da noch auf uns zu?

Als Architekturfotograf ist die Kamera mein treuer Begleiter, doch in den letzten Jahren hat sich meine Arbeitsweise dank der Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und der damit verbundenen AI-basierten Lösungen drastisch verändert. Von der Verbesserung der Bildbearbeitung bis hin zur Optimierung des gesamten Arbeitsprozesses bieten diese Tools neue Möglichkeiten für Fotograf:innen. In diesem Artikel möchte ich über die Auswirkungen und den potenziellen zukünftigen Einfluss dieser KI-Tools auf die Branche der Architektur– und Interior-Fotografie schreiben und euch anhand eines Beispiels zeigen, wie mir KI viel Arbeit abnimmt. Als Beispiel hab ich Bilder, die ich im Rahmen der Dokumentation der Biennale 2023 aufgenommen habe genutzt.

Biennale 2023 Architekturfotograf

Eine der mit Sicherheit spannendsten Entwicklungen ist die generative Füllung (generative fill), die auf KI-Algorithmen basiert. Im speziellen spreche ich von einem Tool, das Momentan nur in der Beta version von Photoshop (https://www.adobe.com/at/products/photoshop/generative-fill.html) nutzbar ist, das mir allerdings jetzt schon Stunden an Arbeit erspart. Mit dieser Funktion kann ich unerwünschte Objekte oder störende Elemente aus meinen Bildern entfernen und den Hintergrund nahtlos ergänzen. Früher musste ich mühsam Objekte manuell retuschieren, aber dank der KI-Unterstützung spart diese Funktion wertvolle Zeit und ermöglicht mir eine effizientere Bearbeitung meiner Fotos.

Architekturfotografie mit KI-Unterstützung am Beispiel:

Im Folgenden möchte ich euch die Nutzung dieses Tools anhand eines Beispiels zeigen:

In der Architekturfotografie ist es üblich, einzelne Fotos mittels bracketing zu einem großen Foto zusammenfügen. In diesem Schritt, markiere ich (in diesem Fall) 2 Fotos (gelber Rahmen) und Füge sie mittels der angebotenen Funktion in Lightroom zu einem Panorama zusammen.

Wie man erkennen kann, wird durch das Zusammenfügen der Fotos der äußere Rand unbrauchbar, da ich jetzt theoretisch nur den unversehrten Teil (hier Rot markiert) nutzen könnte.

Danke dem “Generative Fill”- tool von Adobe kann ich jedoch computergenerierten Inhalt für Architekturfotografie nutzen, um den Rand auszufüllen und einen größeren Ausschnitt zu nutzten. Das gruselige ist, das Photoshop nicht weiß, wie der nichtfotografierte Teil aussieht, ihn aber fast zur Gänze erratet. Noch automatisiert die Linienführung an die Perspektive anpassen und hier das Resultat:

Das “Generative-Fill” Tool kann man aber auch dazu verwenden um Elemente in einem Bild hinzuzufügen. Ich selber bin immer wieder erstaunt über dieses Tool. Hier ein Beispiel dazu.

Generative Filling als Beispiel Architekturfotografie

Rauschunterdrückung mit KI

Ein weiteres KI-Tool, das ich in meine Workflow integriert habe, ist die automatische Rauschunterdrückung in Adobe Lightroom. Dank dieser Funktion kann ich störendes Bildrauschen schnell und präzise entfernen, um eine hohe Bildqualität zu gewährleisten. Dies ermöglicht es mir, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen eindrucksvolle Aufnahmen zu machen und das volle Potenzial eines Raums oder einer Architektur zu erfassen. Der unterschied mag im Detail marginal wirken, aber die Qualität in der Wahrnehmung des gesamten Bildes steigt erheblich.

Probier aus, wie sich das Bild mit der Anwendung der Rauschunterdrückung verändert:

KI Rauschunterdrückung

Auch hier gehts nicht ohne Chat-GPT

Neben der Bildbearbeitung helfen AI-basierte Lösungen auch dabei, meinen Arbeitsprozess zu optimieren. ChatGPT, ein Tool basierend auf KI-Technologie, ermöglicht es mir, effektiver mit meinen Kund:innen zu kommunizieren und ihre individuellen Anforderungen besser zu verstehen. Chat-GPT hat gesammelte Daten die es mir ermöglichen, konkrete Fragen zu Aufgabenstellungen zu recherchieren. Was ich vermeiden möchte ist, die Kommunikation mit Kund:innen einer KI zu überlassen. Eine persönlicher und authentischer Kommunikationsstil ist mir sehr wichtig und möchte ich nicht ersetzt haben, um mir vl ein paar Minuten zu ersparen.

Ein kurzer Ausblick in die Zukunft der Architekturfotografie

Die rasante Entwicklung von KI-Technologien lässt erahnen, dass wir in der Architektur- und Interior-Fotografie noch spannende Entwicklungen erleben werden. Verbesserungen in der Objekterkennung und automatischen Bildbearbeitung werden die Genauigkeit und Effizienz weiter steigern. Auch die Möglichkeit, virtuelle Elemente in reale Aufnahmen zu integrieren, eröffnet neue Dimensionen für unsere Arbeit.Zudem könnten wir in naher Zukunft KI-gesteuerte Drohnen sehen, die es uns ermöglichen, beeindruckende Luftaufnahmen von Architekturprojekten zu machen.

Die Kombination von KI mit Augmented Reality (AR) wird auch dazu führen, dass wir potenzielle Kunden virtuell immer realitätsgetreuer durch Räume führen und ihnen ein realistisches Bild davon vermitteln können, wie ein Design in der Realität aussieht. Hier gibt es schon richtig starke Ansätze von Anbietern wie zb. Matterport

Fazit: Die Integration von KI-Tools hat die Architektur- und Interior-Fotografie revolutioniert und unsere Arbeitsweise erheblich verändert. Von der Bildbearbeitung bis zur Automatisierung des Arbeitsprozesses bieten AI-basierte Lösungen eine Vielzahl von Vorteilen für Fotograf:innen. Obwohl sie bereits positive Auswirkungen auf die Branche haben, steht uns in der Zukunft noch viel mehr bevor. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Architektur- und Interior-Fotografie weiterentwickelt und welche innovativen Möglichkeiten uns die KI noch bieten wird. Ich selber sehe die Entwicklung in diesem Bereich als Chance und nicht als Bedrohung und erwarte mit Spannung weitere Erneuerungen.

euer Robert 🙂

Als nächsten Blog-Artikel gibts übrigens mehr Fotos und Infos über die diesjährige Biennale 2023 🙂

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